Weihnachtswünsche: Ein Gedicht frei nach Lukas, Kapitel 2

Der Kaiser sprach in jenen Tagen:
"Die Schatzkammern im Reich sind leer.
Das Volk in Listen einzutragen,
erleichtert Steuerschätzung sehr."

Ein jeder folgte dieser Weisung
und zog in seines Hauses Stadt
und so erfüllt sich die Verheißung,
die ein Prophet gesprochen hat:

"Dich Betlehem in Judas Lande
besingen wird der Engel Chor.
Du Stadt von Davids Haus und Stande
bringst uns den Heiland bald hervor."

Josef, ein Mann aus Davids Stamme,
hatte so Betlehem als Ziel.
An seiner Seite: Seine Flamme:
Maria, die ihm sehr gefiel.

Maria, indes muss man sagen,
ertrug die lange Strecke zwar,
doch drückten sie so manche Plagen,
da sie im neunten Monat war.

Bei ihrer Ankunft war schon Abend
und nur ein einzig Gastwirt nah.
Doch dieser, keinen Platz mehr habend,
verstieß die beiden Fremden gar.

In einer Scheune um die Ecke
gebar Maria ihren Sohn.
Nur Windeln dienten ihm als Decke
und eine Krippe ihm als Thron.

Nicht weit entfernt, bei ihrer Herde,
lagerten Hirten in der Nacht,
als bald ein Engel sie belehrte,
was Betlehem hervorgebracht.

Die Hirten eilten zu dem Stalle
und fanden alles, wie zuvor
mit lautem Lob- und Jubelschalle
vorausgesagt ein Engelschor.

Dass dieses Kind, sei es auch klein
und wohl nicht älter als ein Tag,
wird Retter und Erlöser sein,
auch wenn es nicht so scheinen mag.

 

Update.

Übrigens: Das Gedicht gibt es jetzt auch vertont.

Permalink: https://archiv.mircol.de/weihnachtswuensche

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