GEZ-Brief

Das musste aber mal gesagt werden. Mein Brief an die GEZ:

 

Andreas R., *********

 

Gebühreneinzugszentrale
50656 Köln

Telefon: XXXXX

E-Mail: XXXXX

Teilnehmernummer: XXXX
Datum: 29.11.2011

 

Ihre Schreiben vom 23.11.2011

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihren Brief habe ich nicht nur erhalten, sondern auch mit Besorgnis zur Kenntnis genommen. Nachdem ich bei Ihnen telefonisch mit meinem Anliegen nicht durchdringen konnte, schreibe ich nun diesen Brief, um etwas Klarheit zu schaffen. Zuerst einmal möchte ich mich allerdings für die schnelle Bearbeitung meiner Befreiung bedanken. Ich hätte nicht damit gerechnet, diese bereits nach drei Monaten zu erhalten, da ich von anderen Behörden weitaus längere Bearbeitungszeiten gewohnt bin. Allerdings erwähnten Sie in einem zweiten Brief, dass mein Teilnehmerkonto mit einer Summe von 339,52 Euro im Rückstand wäre. Der Zahlungsaufforderung Ihrerseits muss ich hiermit jedoch widersprechen, da ich mir nahezu vollkommen sicher bin, dass es sich hier um ein Missverständnis handelt. Bereits am Telefon haben Sie mir mitgeteilt, dass eine solche Klarstellung nur auf schriftlichen Weg erfolgen kann. Deshalb werde ich in diesem Brief ausführlich darauf eingehen, warum ich die geforderte Summe für zu hoch halte.

Damit meine Ausführungen für Sie rational nachvollziehbar werden, muss ich bedauerlicherweise etwas weiter ausholen. Zuerst einmal sollte ich Sie darauf hinweisen, dass mein Vater (****) das 70. Lebensjahr überschritten und meine Mutter (***) das 60. Lebensjahr erreicht hat. Sie sind verheiratet und leben beide, mittlerweile allein, zusammen in einem Haushalt. Ihnen sollte das fortgeschrittene Alter meiner Eltern aufgefallen sein. Die daraus resultierende Unfähigkeit, neuartige Rundfunkgeräte zu bedienen, ist im einfachsten Fall statistisch nachzuweisen. Diese Informationen bringen mich zu meinem ersten Punkt: das neuartige Rundfunkgerät. In meiner Anmeldung gab ich an, das Gerät sei seit September 2009 vorhanden. Diese Aussage ist allerdings nur teilweise richtig. Hierbei will ich jedoch nicht ausschließen, dass es sich um eine versehentliche Falscheingabe meinerseits handelt. Ich verstand die Datumsangabe als eine Frage nach dem Kaufzeitpunkt. Es stellte sich heraus, dass ich sie aber über den Übergang des Gerätes in meinen Besitz informieren sollte. Es ist also soweit korrekt, dass das neuartige Rundfunkgerät September 2009 erworben wurde, jedoch war es bis September 2011 im Besitz und ist auch weiterhin noch Eigentum meines Vaters. Als solches war bzw. ist es momentan noch unter dem Namen meines Vaters bei der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) angemeldet. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Mitarbeiterin bedanken, die mich darauf hinwies, dass mein Vater es trotz Befreiung noch abmelden sollte, um eine doppelte Gebührenzahlung dafür zu vermeiden. Den dafür benötigten Antrag lege ich bei. Als ich noch bei meinen Eltern wohnte (bis einschließlich September 2011), half ich meinen Vater bei der Nutzung des neuartigen Rundfunkgerätes, da er alleine dazu nicht in der Lage ist. Nachdem ich nun das Elternhaus verlassen habe und mein Vater seine unternehmerische Tätigkeit eingestellt hat, benötigt er keine zwei neuartigen Rundfunkgeräte mehr. Aus diesem Grund entschied er sich dafür, mir eines davon zum Auszug zu überlassen, da ich dafür weit mehr Verwendung habe. Zu diesem Zeitpunkt ging auch erst der Besitz an mich über. Es wurden also de facto Gebühren für das Gerät gezahlt, eine erneute Zahlungsaufforderung dafür ist meines Erachtens also nicht schlüssig.

Eine ähnliche Situation liegt auch bei dem Fernsehgerät vor. Dieses Gerät erwarb meine Mutter im Juni des letzten Jahres anlässlich der Fußballweltmeisterschaft. Seit diesem Monat war es Besitz und Eigentum meiner Mutter. Dies ist auch weiterhin der Fall, da es sich hierbei lediglich um eine Leihgabe ihrerseits handelt, bis ich genug Kapital anhäufen kann, um ein eigenes Gerät zu erwerben. Wie oben genannt, handelt es sich bei meinem Elternhaus mittlerweile nur noch um einen Zwei-Personen-Haushalt. Daher bedürfen sie keiner zweier Fernsehgeräte mehr, was eine zumindest temporäre Weitergabe ermöglichte. Natürlich sehe ich ein, dass ich nach dem Auszug zum Hauptnutzer des Gerätes wurde. Als solcher verstehe ich selbstverständlich, dass die Zahlungsverpflichtung von meinen Eltern auf mich übergeht, jedoch eben erst ab Oktober 2011. Vorher war ich lediglich Teilnutzer. Die Hauptnutzung lag bei meinen Eltern, welche das Gerät ordnungsgemäß anmeldeten und die Gebühren fristgerecht entrichteten. Auch in diesem Fall wäre die Gebührennachzahlung meinerseits eine Doppelzahlung, weswegen ich eine Abmeldung des Gerätes von meinen Eltern beilege. Bei Rückgabe wird es dann erneut auf sie angemeldet. Für den Moment bitte ich Sie, wie auch im obigen Fall, den Monat der Anmeldung für mich auf Oktober 2011 zu korrigieren.

Letztlich verbleibt noch der Radio, genauer gesagt ein Radiowecker. Zu diesem kann ich nur sagen, dass das Datum der Anmeldung korrekt ist. Hier handelt es sich zwar nicht um ein Kaufdatum, sondern um das Datum der Schenkung, was Sie allerdings wohl kaum interessieren mag. Es bleibt mir dazu nur zu sagen, dass ich, obwohl ich mich über das Geschenk von einem sehr guten Freund äußerst gefreut habe, diesen Radiowecker leider aus meinem Inventar entfernen werde. Bei einem eigentlichen Anschaffungspreis von 10 Euro und einer monatlichen Gebühr von 5,76 Euro muss man kein Wirtschaftswissenschaftler sein, um zu erkennen, wie unrentabel diese Investition ist. Der Mehrnutzen des Gerätes steht in absolut keinem Verhältnis zu den anfallenden Kosten. Von nun an werde ich wieder auf meinen analogen Wecker zurückgreifen. Selbstverständlich bin ich bereit, die noch ausstehenden Gebühren für den Radio an Sie abzutreten.

Als vierten Punkt möchte ich hier lediglich noch erwähnen, dass ich mich bis Juni 2011 in schulischer Ausbildung befand, welche ich letzten Endes mit der allgemeinen Hochschulreife an einer Fachoberschule abschloss. Während meiner Schulzeit verfügte ich über keinerlei Einkommen. Dies war weiterhin bis September 2011 der Fall, da mir erst ab Oktober BAföG bewilligt wurde. Falls ein Bedarf besteht, kann ich mit Sicherheit noch einen Nachweis der Schule diesbezüglich einholen.

Nach den oben aufgeführten Erläuterungen beläuft sich nach meiner Ansicht nach der Rückstand auf maximal folgenden Wert:

Zu zahlendes Gerät: Radio

Monatliche Gebühr: 5,76 Euro

Dauer der (gebührenpflichtigen) Nutzung: zwei Monate (August, September)

Rückstand: 11,52 Euro

Ich hoffe, die oben aufgeführten Punkte sind für Sie ersichtlich und auch nachvollziehbar. Es ist nicht meine Absicht, mit diesem Brief auszuschließen, dass ich bei der Datenangabe einen Fehler gemacht habe. An dieser Stelle möchte ich mich dafür entschuldigen. Nächsten Mal werde ich wesentlich mehr darauf Rücksicht nehmen, über welches Datum Sie informiert werden möchten, um ein erneutes Missverständnis zu vermeiden. Nebenbei bemerkt hat das neuartige Rundfunkgerät zwei Monate nach Besitzübergang seinen Dienst nun völlig eingestellt. Deshalb werde ich es mit diesem Schreiben ebenfalls abmelden. Natürlich bemühe ich mich, ein neues Gerät zu erwerben, da ich ein solches für meine studentischen Tätigkeiten dringend benötige. Dies wird mir jedoch nicht so bald möglich sein, wenn Sie den ursprünglichen Betrag aus unersichtlichen Gründen dennoch fordern. Für den Moment kann ich mir nur wünschen, dass Sie dieses Schreiben ebenso schnell wie meinen letzten Antrag bearbeiten. Ich bedanke mich vorab schon für Ihre Zeit.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas R.

 

Permalink: https://archiv.mircol.de/gez-brief

4 Kommentare

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  1. So so… Und für so einen Schwall an Bürokratiegelaber musste ich alleine Sport machen. Nönö.^^

    1. Aber unterhaltsames Bürokratiegelaber^^

    • Starmogul on 30. November 2011 at 19:15
    • Antworten

    Hey, cooler Brief! Besonders die inflationäre Benutzung des Begriffes "neuartiges Rundfunkgerät" hat es mir angetan^^
    Wo kann man sich eigentlich für den Kurs "Deutsch – GEZ, GEZ – Deutsch" anmelden? XD

  2. Da bist du hier genau richtig 😉

    Bin schon sehr auf die Antwort gespannt.

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